Jugendfliegen – ein Erfolgsmodell

Jugendfliegen, ein Erfolgsmodell in der Region Rhein-Sieg – gestern, heute und morgen. Was ist eigentlich aus dem vor Jahren von Modellflugvereinen initiierten und vom DMFV e.V. unterstützten Projekt Jugendfliegen in der Region Rhein-Sieg geworden?

Tatsachen:

Am 03.09.2016 starteten vier Modellflugvereine in der Region Rhein-Sieg mit Unterstützung des DMFV e.V. und allem Engagement zum ersten Jugendfliegen – Kleine Piloten, großer Spass! Die Medien berichteten über diese erste tolle Veranstaltung, an der fast 30 junge Pilotinnen und Piloten voller Freude teilnahmen.

Einer davon ist heute begeisterter Montagsflieger – wir sind stolz auf ihn.

Plakat Jugendfliegen 2016

Jugendfliegen 2016 bis 2019 – eine Erfolgsgeschichte – so hieß es zu Recht.

Was war 2020, ist 2021 und in der Zukunft? Die Sommerferien sind wieder einmal seit Wochen vorbei. „Hallo Georg Wegen dem Jugendfliegen stehen wir mit anderen Vereinen in Kontakt“1), lautet die kurze Antwort auf meine Nachfrage vor mehr als zwei Monaten bei einem verantwortlichen Vorstandsmitglied in einem der Vereine. Die behaupteten Kontakte wurden auch in der folgenden Zeit bis heute nicht konkretisiert. Vielmehr ist öffentlich im Internet immer noch (Stand – Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hier) zu lesen: „Jugendfliegen 2020 Diese Veranstaltung muss zu unserem Bedauern in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen. Wir hoffen aber, dass sie im nächsten Jahr wieder stattfinden kann. Wir bitten um euer / Ihr Verständnis.“2) Andere erklären bis heute öffentlich: „Aufgrund der Corona Situation fällt das Jugendfliegen 2020 aus! Hoffen wir auf 2021.“2) Alternativen sind öffentlich kein Thema. Die Veröffentlichungen zum Jugendfliegen werfen Fragen auf, die Verantwortliche beantworten könnten und sollten.

Meinung:

Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, nicht vergessen zu werden. Wer Kindern und Jugendlichen etwas verspricht und das nicht hält, sie erfolglos hoffen läßt, sie hinhält, vergißt und versäumt, seinen öffentlichen Aushang aufzuräumen, enttäuscht vor allem Kinder und Jugendliche. Er verliert sein Gesicht und erweckt den Eindruck, Kinder und Jugendliche nicht ernst zu nehmen, Jugendarbeit keine wahrhaftige Bedeutung zu geben.

Wenn so Leidenschaft für unser wunderbares Hobby geweckt werden soll, dann sage ich zu diesen öffentlichen Auftritten nur „Entf“. Glaubwürdige und verlässliche Jugendarbeit und damit zusammenhängende Öffentlichkeitsarbeit sehen anders aus.

Der DMFV zeigt in seinen aktuellen Veröffentlichungen3) wie es geht, wie es andere machen, was trotz Einschränkungen möglich ist und dass Jugendarbeit auch in schwierigen Zeiten nicht aufs Abstellgleis gehört.

Wer das mit knappen Worten wegwischt und nicht bereit ist, vom guten Vorbild anderer zu lernen, steht selber schon auf dem Abstellgleis.

Anmerkungen:

1) Das Schreiben vom 05.07.2021 liegt mir vor.

2) Zitate von Websites lokaler Modellflugvereine in der Region Rhein-Sieg. Die Adressen dieser Seiten liegen vor, werden aber aus Rücksicht auf die Vereine hier nicht veröffentlicht.

3) Die Montagsflieger haben darüber mit einem eigenen Beitrag informiert.

MG

Jugend – es gibt sie noch bei Modellfliegern

Bild: DMFV Website

Modellflieger des MFK-Pattensen e.V. zeigen überzeugend, dass mit Engagement und Beharrlichkeit auch in diesen schwierigen Zeiten Jugendarbeit möglich ist. „Ja, aber…“ scheint es dort nicht zu geben.

Es ist bewundernswert, was Frank Sagen, 1. Vorsitzender MFK-Pattensen e.V. auf der Website des Deutschen Modellfliegerverband e.V. über erlebbare Jugendarbeit schreibt. Er macht Mut und wischt billige Ausreden von ewigen Bedenkenträgern auch in manchen Vereinen vom Tisch.

Bild: DMFV Website

Ein Erfolgsmodell, Nachahmenswertes gibt es beim MFG-Ostalb. Da werden Freiflugmodelle kostengünstig und relativ schnell gebaut – in Kooperation unter anderem mit der Zukunftsakademie ZAK Heidenheim – Zukunftsakademie nicht nur eine treffendes und schönes Wort, sondern auch mit Leben gefüllt.

„Wir haben uns zur Organisation einer aktiven Nachwuchsarbeit mit der örtlichen Zukunftsakademie zusammengetan. Solche Einrichtungen gibt es in allen Kreisen von Baden Württemberg. Die Zukunftsakademie übernimmt die Teilnehmerakquise und wir als Verein haben das Knowhow. Diese Zusammenarbeit bewährt sich nun schon im zweiten Jahr,“ heißt es in dem Beitrag von Angelika Möbius (MFG-Ostalb) auf der Website des DMFV.

Sich liebevoll um Jugendliche kümmern – hier wird höchstens der Tisch gewischt

Ein Besuch des Youtube-Channels Angelika Möbius lohnt sich. Hier wird auf ruhige und anschauliche Art u.a. gezeigt, wie Modelle gebaut werden: Die kleine Eule (Video Playlist), Mini Kuki Fesselflugmodell, Nurflügler, Wurfgleiter und vieles mehr:

Youtube-Channel Angelika Möbius

Leider gibt es auch Beispiele für lediglich behauptete Jugendarbeit, umrankt mit verblichenen Veranstaltungsabsagen, unerfüllten Floskeln der Hoffnung auf und billigen Ausreden. Aber dazu schreiben wir hier entsprechend dem dort Erlebbaren nichts und wenden uns lieber der Jugend und damit der Zukunft zu.

Die Montagsflieger wollen mit diesem Beitrag helfen, vorbildliche Jugendarbeit in die Welt zu tragen, damit möglichst noch mehr nacheifern. Wir sind überzeugt, die teilnehmenden Jugendlichen werden sich auch in ihrem späteren Leben an ihre Stunden mit Modellfliegern erinnern und davon begeistert erzählen.

DMFV-Jugendfreizeit 2021 auf der Wasserkuppe

Montagsflieger Tim hat an der DMFV-Jugendfreizeit 2021 auf der Wasserkuppe in der Zeit vom 07. bis 15. August teilnehmen dürfen.Wir freuen uns über dieses Engagement des DMFV und danken dem Verband, insbesondere den Verantwortlichen und Helfern vor Ort, dass sie diese Aktion auch in nicht einfachen Zeiten unter besonderen Bedingungen für junge, begeisterte Flugmodellbauer und Modellflieger möglich gemacht haben.

Tim blickt gerne zurück auf diese schöne Woche an der Rhön, er hat viel erlebt und erzählt:

DMFV Jugendfreizeit Wasserkuppe 2021

Foto: Montagsflieger Tim

Morgens um 06:30Uhr ging es endlich los Richtung Fulda zur Jugendherberge Oberbernhards, wo wir während der Freizeit untergebracht waren.

Wegen der andauernden Corona Pandemie waren zu unserer eigenen Sicherheit bei Ankunft zwei negative Testergebnisse erforderlich: der erste Test musste ein bis zwei Tage vor der Anreise gemacht werden und der zweite. am Tag der Anreise. Hierzu haben wir in einem Testzentrum nahe Fulda einen Zwischenstopp gemacht und so auch die letzte Hürde vor der Ankunft genommen. Unter der Woche haben wir noch drei weitere Tests gemacht. Mich hat es beeindruckt, dass es hier viel strukturierter als in der Schule ablief.

Nach 4 Stunden waren wir dann endlich da. Im Vorraum der Jugendherberge wurden wir schon vom Betreuer-Team des DMFV erwartet und herzlich begrüßt. Die Formalitäten waren schnell erledigt und das Gepäck rasch auf dem Zimmer verstaut. Ich war in einem 4 Bett-Zimmer mit Badezimmer untergebracht.

Quelle: JH Oberbernhards

3600-Bilder Jugendherberge Oberbernhards

Am Nachmittag, als alle Teilnehmer angekommen waren, gab es dann auch schon das erste Briefing für alle Piloten. Wir wurden eingehend über die Verhaltensregeln in der Jugendherberge, die Corona Regelungen und den restlichen Tagesablauf informiert. Nach dem Briefing haben wir unsere Zimmer eingerichtet und um 17:30Uhr gab es dann schon Abendessen.

In der Kantine gab es ein großes Buffet mit einem Hauptgericht und großer Salatbar und Nachtisch. Als Getränk hatte man die Wahl zwischen Wasser, Kaffee und Kirschsaft. Das Essen war lecker. Dann gab es nach dem Abendessen noch ein weiteres Briefing, wo wir den restlichen Abend besprochen haben. Um 23 Uhr war Schlafenszeit angesagt.

Am nächsten Morgen um 8 Uhr gab es Frühstück, anschließend ein Briefing mit Besprechung des Tagesablaufes. Wir haben den Niederschlag und die Windrichtung geprüft.

Dann haben wir unsere Sachen für einen Tag am Hang gepackt, die Anhänger wurden mit Fliegern beladen und dann ging es auch schon los zur Wasserkuppe. Oben angekommen, haben wir alles wieder ausgeladen und sind zum Hang gegangen.

Dort wurde uns das Verhalten am Hang erklärt, die Start/Landebahn, sowie die Notlandeplätze gezeigt.

Foto: Montagsflieger Tim

Und schon konnten wir fliegen. Das Fliegen am Hang ist sehr entspannt, wenn nicht gerade die ganze Mannschaft in der Luft ist. Am ersten Tag gab es viele Abstürze, es hat aber trotzdem sehr viel Spaß gemacht.

Foto: Montagsflieger Tim
Foto: Montagsflieger Tim

Um 4Uhr mussten wir dann leider auch schon wieder abbauen, damit wir wieder pünktlich zum Abendessen in der Jugendherberge waren. Nach dem Abendessen konnten wir dann noch auf dem Sportplatz Shockflyer fliegen oder uns einen bauen. Es waren außerdem kleine Hubschrauber oder Drohnen auf dem Sportplatz erlaubt. Es war für wirklich jeden was dabei.

Am Dienstag waren wir am Vormittag im Deutschen Segelflugmuseum mit Modellflug und hatten eine Führung – sehr interessant! Fotos: Montagsflieger Tim

Am Nachmittag waren wir im Kletterwald. Es hat sehr viel Spaß gemacht, jede menge Action. Und am letzten Tag zum Fliegen hatten wir noch die Möglichkeit auf die Sommerrodelbahn zu gehen.

Mir hat die Jugendfreizeit sehr viel Spaß gemacht und ich empfehle sie allen, die Spaß am Modellflug bzw. am Segelflug haben.

Montagsflieger Tim“

Fazit der Montagsflieger: Wir freuen uns für unseren Youngster Tim, er hat viel in einer schönen Gemeinschaft erlebt und gelernt. Für uns ist DAS Jugendarbeit nicht nur mit Worten, sondern mit konkreten Taten, die wir begrüßen und im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen, innovative Jugendförderung von der wir gerne erzählen – z.B. mit dieser Veröffentlichung.

Die Montagsflieger danken dem Deutschen Modellfliegerverband e.V., allen Unterstützern und Helfern, den Verantwortlichen der Jugendherberge Oberbernhards, dem Deutschen Segelflugmuseum und natürlich allen jungen Teilnehmern der Freitzeit, die zu einer schönen Woche auf der Wasserkuppe beigetragen haben.

Danke.

Der Generalskretär des DMFV, Hans Ulrich Hochgeschurz, dankt Tim und den anderen Montagsfliegern für diesen Beitrag u.a. mit den Worten:

„Es ist wichtig, dass Jugendarbeit im Verband und in den Vereinen erlebbar gemacht wird. Nur so können wir Nachwuchs für unser wunderbares Hobby gewinnen und die Leidenschaft fürs Fliegen wecken. Eine Leidenschaft, die dann aber auch ein ganzes Leben lang anhält.“ [Das Schreiben liegt hier vor.]

Da machen Montagsflieger wahrnehmbar auch weiterhin mit. Der DMFV hat den Beitrag von Tim auf der DMFV-Website veröffentlicht.

Das alles freut uns Montagsflieger und nenne ich (Montagsflieger Georg) professionelle Jugenförderung.

Jugend fliegt bei unseren Nachbarn in Eudenbach

Ein Tag der Kölner Segelflieger auf dem Flugplatz Königswinter-Eudenbach. Das Engagement der Kölner Segelflieger für die Jugend und die Art und Weise wie Jugend für das Fliegen begeistert wird ist vorbildlich. Den Kölner Segelfliegern gilt unser Respekt.

Modellflieger dürfen hier „bei den Großen“ auch mal genauer hinschauen und -hören, sich ein Beispiel nehmen: Jugendarbeit nicht nur mit Worten, sondern Jugend tatkräftig mit Herz und Kompetenz für ein Hobby begeistern, zu erlebter Freude im Team der Generationen, in eine gute und möglichst sichere Zukunft führen.

Ein Schulungstag der Kölner Segelflieger

Jugendförderung anno dazumal

Stefan und die weissen Vögel. Von Stefan und seinen Freunden können wir Modellflieger auch heute noch einiges abschauen und lernen.

1954 – 2004 Unterwössen im Chiemgau

50 Jahre Deutsche Alpensegelfugschule Unterwössen e.V. DASSU

„Mittagszeit – Schulschluß – Stefan wandert heimwärts – der Nachmittag ist frei“ so führt der Sprecher in den Film ein.

Stefan und die weissen Vögel – youtube-channel Roland Henz

Wie Junge und Alte zusammenfinden, wie Stefan seine Freizeit nutzt, die Welt der weißen Vögel erkundet, zum begeisterten Flieger wird und voller Lebensfreude ist, zeigt diese Filmperle. Schön dass diese Zeit, Geist und Charakter dieser Menschen in dem youtube-channel Roland Henz erhalten sind und das Zeitdokument hier eingebettet werden darf. Was Stefan wohl heute macht?

Wer etwas länger im Jahr 1954 bei den weissen Vögeln in Unterwössen/Chiemgau verweilen möchte, dem sei Unterwössen DASSU 1954 – Unter uns die Berge im youtube-channel Roland Heinz empfohlen – sehenswert.